Konditor im Haithabu-Museum macht auf Reiseführer

Mehr Infos auch zu den anderen Patriotenromanen

Das Museum entpuppte sich bei meinem Besuch als Wahrheitsministerium im Stile Orwells: eine Propaganda-Fabrik. Der Reiseführer hatte erst Konditor gelernt, dann umgeschult auf Speditionskaufmann; jetzt sei er erwerbsunfähig, berichtete er, als ich ihn am Ende der Führung nach seiner Qualifikation fragte. In den Status des Reiseführers sei er gelangt, weil er beim Bewerbungsgespräch gelernte Archäologen und Museumspädagogen ausgestochen habe. Sein Wissen habe er aus einem Wikingermuseum in Norwegen und der ZDF-Mediathek. 

Aber eine Museumspädagogin, die sich ebenfalls bewarb, habe gesagt, er mache das gut, und die müsse es ja wissen. Meine Frage nach seiner Qualifikation wurde vom Publikum wohl als Affront eingestuft, und so fand sich schnell jemand, der dem Konditor mit „Sie haben das gut gemacht“ aus der Patsche half. Sodann applaudierten alle dem dicken Konditor. Denn er hat es ja wirklich amüsant erzählt, nur leider war das, was er erzählte, nicht wahr. Aber er hat sein Ziel erreicht: Im Rausgehen wetterten zwei Frauen gegen den Nationalismus. Und genauso läuft es ja im Journalismus: Ungelernte bevorzugt, weil die keine Quellen prüfen.

Unser Konditor, der auf Reiseführer machte, begann seinen Vortrag damit, dass am Vortag, dem 8.6. Happy Lindisfarme day war – der Tag, an dem die Wikinger das erste Kloster in England überfielen.

Selbstverständlich war das ein Kloster: die Christianisierung war schließlich das, vor dem die Germanen geflohen sind, bis kein Land mehr übrig war, in das man fliehen konnte. Der Konditor erwähnte das nicht, sondern leitete zum Thema Mythen über, die man heutzutage Fakenews nennt, worauf alles lachte, außer mir. Denn aus meiner Sicht war das war ein durchdachter Trick. Damit hat er sich selbst als Wahrheitsverkünder installiert und ließ auch prompt die Bombe platzen: Wikinger gab es nicht, sondern nur Stämme. Der Begriff Wikinger sei aus dem 18. Jahrhundert. Die Helme mit Hörnern soll Richard Wagner erfunden haben, um die Nibelungensage aufzupeppen. Wie praktisch für den Konditor, dass sein Publikum die Medinet Habu in Theben nicht kannte. Dort sind die blonden und blauäugigen Wikinger entweder mit Strahlenkrone oder mit Hörnerhelmen dargestellt (siehe Video unterhalb). Aber es gab ja angeblich keine Wikinger, der Name sei eine Erfindung und Hinz und Kunz hätte sich einen Platz auf einem Wikinger-Schiff kaufen können, behauptete der Konditor, der seinen Doktor in der ZDF-Mediathek erworben hat.

Doch er gab sich kritisch und behauptete nun, dass es die Ukraine nie gegeben hätte. Darauf könnten auch die Skandinavier Anspruch erheben, denn die nicht existierenden Wikinger hätten dort gesiedelt. Es habe kein Wikingervolk gegeben – war klar, dass so was kommt, wie ja auch immer bestritten wird, dass es niemals ein germanisches Volk gegeben hätten, obwohl alle Stämme dieselbe Sprache, dieselbe Religion und dieselben Münzen hatten. Sogar das Propagandamachwerk von Arnulf Krause „Die Geschichte der Germanen“ gibt zu, dass Wikinger Nordgermanen waren, auch wenn er dreist behauptet, es wäre ein Patriarchat gewesen. Das macht Krause daran fest, dass Arminius seine Thusnelda ihrem Vater (dem Verräter Segestes) raubte. Doch die hielt zu Gatten. Ihr Vater hatte keine Handhabe, sie zurückzufordern, was ja ein Beleg fürs Matriarchat oder zumindest für Gleichberechtigung ist (auch andere Passagen belegen das Matriarchat t.me/NicolaSteiner/24508).

An anderer Stelle gibt Krause auch zu, dass die Germaninnen gekämpft haben, und als Wahrsagerinnen darüber entschieden, ob man in die Schlacht zog oder nicht. Ich fragte mich, wie das möglich war, wenn man sie zum Thing nicht zuließ (die Archäologin Margit Vea berichtet, dass Frauen beim Thing sehr wohl zugelassen waren: t.meNicolaSteiner/24428). Das Männer-Thing dürfte also genauso erstunken und erlogen sein wie der Vortrag des Konditors, den man per KI in seine Einzelteile zerlegen könnte. 

Doch keiner der jubelnden Reiselustigen kam in Sachen Ukraine auf die Idee, diese zu befragen, wo man Frau Google doch sonst stets und ständig bemüht. Die KI sagt Folgendes: „Auf dem Gebiet der heutigen Ukraine gab es im Laufe der Geschichte verschiedene germanische Präsenzen. Die Goten, die Skythen und die Hunnen waren einige der germanischen Völker, die in der Region waren. Die Skythen lebten vor dem christlichen Zeitalter in der Region und waren Nomaden, die mit den Griechen handelten und mit den Persern kämpften. Die Goten vertrieben die sarmatischen Stämme aus den Steppen der Krim, und die Hunnen besetzten das Gebiet im Zuge der Völkerwanderung.“

Trotz der Einordnung als Volk, fehlt bei der KI aber die Ursache der Völkerwanderung: der Einschlag des Kometen und die Vulkanausbrüche, aber sonst ganz schön wahr, wenn auch etwas unvollständig. Die Skythen sind die, die wegen der Trockenheit in Richtung Griechenland flohen, also Atlanter, so Jürgen Spanuth. Seine Forschungsergebnisse fasse ich in folgendem Video zusammen: 

Dem Angriff der Atlanter hielt Athen stand. Die Peloponnes-Halbinsel wurde erobert, weswegen auch die Spartaner nach Kalweit Nachfahren der Atlanter sind. However: die Skandinavier, die der Konditor erwähnte, waren offenbar Germanen. Der Konditor gab sogar unumwunden zu, dass die Friesen Haithabu gründeten, was „Stadt in der Heide“ heiße. Der Konditor erwähnte sogar den Geestrücken, der sich ja Rudolf Steiner zufolge bis nach Irland zog. Der Konditor bezog sich jedoch nur einen Ausläufer davon im Zusammenhang mit dem Ochsenweg, der von Süden nach Norden durch Haithabu führte.

Ich hatte schon Angst, dass der Konditor jetzt auch die Bayern und Schwaben (ehemals Sueben) zu Skandinaviern erklärt. Aber stattdessen gab er zu, dass es den Ochsenweg schon 1.000 v.Chr. in der Bronzezeit gab. Das war jetzt ein richtig kluger Schachzug. Der geschickte Lügner bleibt nah an der Wahrheit. Denn das ist ja schon fast die Zeit der Atlanter. Tatsächlich kann man sogar zu 99 Prozent die Wahrheit erzählen, wenn man das entscheidende eine Prozent im Stile George Orwells verändert. 

Beim Flussnamen Eider horchte ich auf, denn in die Mündung soll seinerzeit der im Video erwähnte Komet gefallen sein. Aber darum ging es nicht, sondern der Konditor erklärte, dass die Stadt Schleswig seinerzeit schon deswegen eine große Handelsstadt war, weil sie am Ostseefjord Schlei liegt. Um Waren zur Nordsee zu transportieren, habe man die Waren auf Ochsenkarren oder Ähnliches gehoben, 18 km durchs Land gezogen und dort wieder auf ein Schiff umgeladen, was erst zur Eider und dann zur Nordsee fuhr. Das klang für mich sehr unwahrscheinlich. Denn in der Serie Vikings sah man, wie sie Schiffe auf Rollen transportierten, als sie Paris angriffen. Noch wahrscheinlicher ist, dass es damals einen 18 km langen Kanal gegeben hat, den es heute nicht mehr gibt. Der Konditor erzählte nun, dass im Winter 1.000 bis 1.500, im Sommer 3.000 Menschen in Haithabu gelebt haben. Es sei eine Fläche von 37 Fußballfeldern mit 300-400 Wohn- und Geschäftshäusern gewesen.

Der Handel habe im Hafen und nicht in den Häusern stattgefunden. Bis zu 25 Bootsstege habe es gegeben. Aber in Haithabu wurden nur 1 Prozent ausgegraben – und zwar von den bösen Nazis. Danach ersparte man sich weitere Ausgrabungen, die ja nicht nur rechtsextrem, sondern auch teuer seien. Es gab aber magnetgeologische Untersuchungen. Demnach liege im Hafen ein Schiff, das zu 70 Prozent erhalten sei, aber aus Kostengründen nicht geborgen werde. Der Konditor erzählte nur Sachverhalte, die man in jedem Geschichtsbuch nachlesen kann: Haithabu wurde 1066 zerstört, dem Jahr, als William der Eroberer, England den Garaus machte. Zerstört worden sei der florierende Handel der Wikinger-Germanen, die es ja gar nicht gab, durch die Gründung der Hanse. 

So steht es auch in den Büchern, die der Konditor wohl genauso wenig kennt, wie den historischen Hintergrund zur Vikings-Serie, die sich laut einer Facharbeit auf GRIN von Elias Häfele (Fakt und Fiktion am Beispiel der Historienserie Vikings) bis auf die Kleidung sehr nah an den historischen Fakten entlang hangelt, wenn auch Verwandtschaften konstruiert wurden: Rollo war z.B. nicht Ragnars Bruder, aber Lagertha, die Schildmaid war seine Frau. 

Der Konditor unterstellt den Vikings-Drehbuchautoren dennoch viel Fantasie. Doch das, was wir in der Serie sehen, z.B. Wikingerschiffe, die 60 Tonnen tragen konnten und Holzbohlenwege (worunter die Kanalisation verlief) sehen wir auch in Haithabu.

In der Netflix-Serie brauchten die Wikinger recht lange, um England zu erreichen. Der Konditor spricht aber von drei bis vier Tagen von Norwegen nach Northhumberland - so als würde feststehen, dass die Wikinger aus Norwegen kamen.

Doch in Serien wie „The Last Kingdom“, die, wie Vikings, den wahren historischen Hintergrund einbauen, werden die Wikinger Dänen genannt (zu Atlantis-Zeiten Denen geschrieben). Also kamen sie wohl eher aus Jütland oder der Gegend zwischen Jütland und Norwegen: Kattegat, der Ort, wo Vikings spielt. Obwohl der Konditor selbst erzählt, dass es so etwas wie Fabriken zur Herstellung der Segel gab, behauptete er, dass man durch rudern auf beachtliche 35 Stundenkilometer kam. Natürlich ohne Angaben von Quellen, denn Fakenews verbreiten immer nur die anderen. Es kam bei der Reisegruppe ja auch gut an, wenn ein Klischee nach dem anderen bedient wurde – besonders, wenn es lustig-flapsig im Plauderton daherkam. 

Ich war so erbost über so viel Lügen, dass ich dem Museum eine E-Mail schrieb, die nie beantwortet wurde, aber HIER zu finden ist.

Da der Patriot-Psychopath mir gerade mit merkwürdigen Links meinen ZEITSTRAHL zerschießt, plaudere ich jetzt auch hier aus, was er seiner Freundin Kriminelles angetan hat: https://steiner-horsemanship.blogspot.com/2024/07/die-tat-eines-psychopathen-was-der.html

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+  SEHR  LANGE  GEDANKENSEX-LESEPROBE  BEI  GOOGLE  BOOKS

+ ROSENKRIEG MIT EINEM PATRIOTEN BEI GOOGLE BOOKS

Auch als E-Book: #3 (Kinderleid mit einem Patrioten) und #4 (Engelsflammen mit einem Patrioten)

und als Sprachnachrichten in meinem Telegram-Kanal: 

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Etwas Amüsantes und ein Rätsel dazu, wie die Botschaften des Buches versteckt wurden

und als Hörbuch in dieser PLAYLIST. Es geht in dem Buch auch um Heilung, weil der Grund dafür, dass sich die Menschen bis zur Selbstaufgabe anpassen, egal, was man ihnen antut, könnte (laut Hans-Joachim Maaz) sein, dass ein Großteil der Bevölkerung schwer traumatisiert ist. Deswegen lautet der Untertitel des autobiografischen Romans Seelenreise auf Heavy-Metal-ArtFalco hat mir Heilung gebracht und ich gebe dies nun in meinem Coaching an andere weiter - mehr Infos zum Thema Selbstheilung und Seelenreisen auf:

Coaching: nicolasteiner.eu/emdr

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